Jahresabschluss 2025 mit Überschuss – schwierige Haushaltsjahre stehen bevor

Der Gemeinderat der Stadt Süßen hat in seiner Sitzung am 19. Oktober 2026 den Jahresabschluss für das Haushaltsjahr 2025 festgestellt.

Mit einem Gesamtergebnis von rund 3,86 Millionen Euro fällt dieser auf den ersten Blick erfreulich aus. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich jedoch, dass die finanzielle Situation der Stadt weiterhin angespannt ist und sich in den kommenden Jahren erheblich verschärfen dürfte.

Während im Haushaltsplan 2025 ursprünglich ein negatives ordentliches Ergebnis von 686.400 Euro vorgesehen war, fiel das tatsächliche Defizit mit 878.786 Euro noch etwas höher aus. Die laufenden Erträge reichten somit nicht aus, um die laufenden Aufwendungen zu decken.

Dass unter dem Strich dennoch ein deutlicher Überschuss steht, ist ausschließlich dem außerordentlichen Ergebnis von rund 4,73 Millionen Euro zu verdanken. Dieses kam hauptsächlich durch Grundstücksverkäufe zustande. So erfreulich dieses Ergebnis auch ist, darf es nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich dabei um einmalige Einnahmen handelt, die nicht dauerhaft zur Finanzierung der städtischen Aufgaben zur Verfügung stehen.

Der Blick auf die kommenden Haushaltsjahre gibt deshalb Anlass zur Sorge. Bereits für 2026 wurde mit einem Defizit von rund 2,6 Millionen Euro geplant. Nach derzeitiger Einschätzung dürfte sich dieses sogar in Richtung 3 Millionen Euro entwickeln. Noch schwieriger stellt sich die Situation für das Haushaltsjahr 2027 dar. Hier zeichnet sich ein Fehlbetrag von mindestens 6,2 Millionen Euro ab.

Damit steht die Stadt Süßen vor erheblichen finanziellen Herausforderungen. Um für 2027 einen genehmigungsfähigen Haushalt aufstellen zu können, werden deutliche Einsparungen unumgänglich sein. Dies wird schwierige Entscheidungen erfordern, die viele Bereiche des städtischen Lebens betreffen können.

Die Stadtverwaltung hat hierzu bereits eine Liste mit möglichen Einsparmaßnahmen erarbeitet und im Internet veröffentlicht. Diese Vorschläge sollen offen und transparent diskutiert werden – sowohl innerhalb der Gemeinderatsfraktionen als auch gemeinsam mit der Bürgerschaft. Ausdrücklich sind deshalb auch die Bürgerinnen und Bürger eingeladen, sich mit den Vorschlägen auseinanderzusetzen und ihre Anregungen einzubringen.

Die kommenden Wochen werden für die finanzielle Zukunft unserer Stadt von großer Bedeutung sein. Dabei gilt es, notwendige Einsparungen verantwortungsvoll abzuwägen, Prioritäten zu setzen und gleichzeitig die Zukunftsfähigkeit und Lebensqualität unserer Stadt im Blick zu behalten. Ein schwieriger, aber unvermeidbarer Prozess, der Sachlichkeit, Augenmaß und die Bereitschaft zu tragfähigen Kompromissen erfordert. Wir sind überzeugt davon, dass wir das schaffen können.