Neue Ideen für Verkehr und Schulwege in Süßen und Radverkehrsverbindungen in die Nachbarorte
Studierende der Hochschule Karlsruhe mit ihrer Professorin Claudia Hille haben in Süßen in der Zeit vom 20. bis zum 23. April die Verkehrsführung analysiert und erste Vorschläge für mehr Sicherheit und bessere Radverbindungen vorgestellt. Im Fokus standen Schulwege, Radverkehr sowie der öffentliche Nahverkehr.
Besonders kritisch sehen die Studierenden die Situation vor der Grundschule an der Heidenheimer Straße: Vor allem der morgendliche Bringverkehr durch Eltern sorgt für unübersichtliche und teils gefährliche Situationen. Empfohlen werden breitere Gehwege, bessere Sichtbeziehungen und eine klarere Gestaltung der Schulwege.
Auch die Nutzung öffentlicher Flächen wurde untersucht. So schlagen die Studierenden vor, den Platz vor dem Jugendhaus zeitweise autofrei zu gestalten und als Aufenthalts- und Spielfläche zu nutzen.
Für die Heidenheimer Straße empfehlen sie zudem eine Reduzierung der Fahrbahnbreite sowie zusätzliche Grün- oder Mittelstreifen. Geplante Kreisverkehre an der Bühl- und Bauschstraße sehen sie kritisch – stattdessen könnten schmalere Kreuzungen den Radverkehr flüssiger machen.
Unter dem Leitbild „Flott im Alltag, entspannt in der Freizeit“ entwickelten die Studierenden außerdem Konzepte für bessere Radverbindungen nach Donzdorf, Gingen und Schlat. Vorgeschlagen werden unter anderem neue, teils separate Radwege entlang bestehender Trassen sowie optimierte Anschlüsse an Wohngebiete.
Das ÖPNV-Angebot bewerten die Studierenden insgesamt als gut, sehen jedoch Verbesserungsbedarf im Detail. So schlagen sie zwei zusätzliche Bushaltestellen im Südwesten vor, die ohne größere Zeitverluste bedient werden könnten. Kritisch wird vor allem die mangelnde Kontrolle der Qualitätsstandards durch den Landkreis gesehen: Fahrgastinformationen seien häufig unzureichend, ausgehängte Fahrpläne teils schlecht lesbar und elektronische Anzeigen fehlten an vielen Haltestellen. Obwohl diese Leistungen beauftragt und vergütet werden, werde ihre Umsetzung nicht ausreichend überprüft.
Wir bedanken uns bei Claudia Hille und ihren Kollegen sowie den Studierenden für ihre Arbeit, für die die Stadt Süßen keine Kosten tragen muss. Es handelte sich um ein Studienprojekt, das von unserer Gemeinderatskollegin Lilith Kuhn initiiert wurde, wofür wir uns auch bei ihr herzlich bedanken.
Die präsentierten Ergebnisse sind erste Entwürfe und dienen als Grundlage für weitere Planungen der Stadt.